BMW kooperiert mit Toyota – Volkswagen mit Ballard

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18. MĂ€rz 2013

BMW kooperiert mit Toyota – Volkswagen mit Ballard

Der Toyota FCHV-adv an der Berliner H2-Tankstelle Holzmarkstraße (Foto: CEP)


BMW und Toyota haben am 24. Januar 2013 bekannt gegeben, dass sie fortan bei der Entwicklung von Sportwagen, insbesondere aber im Bereich der ElektromobilitĂ€t zusammenarbeiten werden. Neben dem Austausch von Informationen ĂŒber Leichtbautechnologie sollen auch Daten ĂŒber Brennstoffzellen sowie Lithium-Luft-Batterien zwischen Bayern und Japan hin- und herfließen. Das Ziel ist, bis 2015 einen Prototyp und bis 2020 ein marktreifes Brennstoffzellenfahrzeug zu entwickeln. Am 6. MĂ€rz 2013 zog Volkswagen nach, indem die Wolfsburger die Zusammenarbeit mit Ballard verkĂŒndeten.
Die AnnĂ€herung der BMW Group und der Toyota Motor Corp. startete im Dezember 2011, bevor beide Automobilhersteller im MĂ€rz 2012 mit gemeinsamen Forschungsarbeiten an Lithium-Ionen-Akkus begannen und im Juni 2012 eine entsprechende AbsichtserklĂ€rung ĂŒber die Intensivierung dieser Kooperation unterzeichneten. FĂŒr BMW bietet sich dadurch die Möglichkeit, schnell an BZ-Technologie zu gelangen, nachdem die Bayern jahrelang den H2-Verbrennungsmotor favorisiert hatten. Damit BMW aber auch nach 2017 noch Autos in Kalifornien verkaufen kann, benötigen die MĂŒnchener BZ-Autos, um die Mindestquote an Null-Emissionen-Fahrzeugen zu erfĂŒllen. DemgegenĂŒber erhĂ€lt Toyota Zugriff auf Dieselmotoren- und Leichtbautechnik aus Bayern. Norbert Reithofer, Vorsitzender des BMW-Vorstands, erklĂ€rte: „Toyota und die BMW Group teilen mit Blick auf die nachhaltige MobilitĂ€t der Zukunft die gleiche strategische Vision.“
Im Gegensatz zur Daimler AG, die bei ihrer Partnerschaft mit Nissan und Renault eine gegenseitige Kapitalbeteiligung vereinbarte (s. Beschleunigte MarkteinfĂŒhrung von BZ-Autos trotz Verschiebung), bauen BMW und Toyota auf eine reine Technologiepartnerschaft. „Wir glauben einfach, dass wir keine Kapitalbeziehung brauchen“, sagte BMW-Vorstandsmitglied Herbert Diess, was auch Toyotas Vize-PrĂ€sident Takeshi Uchiyamada bestĂ€tigte. NOW-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Klaus Bonhoff kommentierte die Meldungen ĂŒber die neuen Partnerschaften mit den Worten: „Die internationale Kooperation namhafter Automobilhersteller bei der Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Industrie, den Markteintritt mit signifikanten StĂŒckzahlen vorzubereiten.“
Die Volkswagen AG unterzeichnete Anfang MĂ€rz eine Vereinbarung mit dem kanadischen Brennstoffzellenhersteller Ballard Power Systems. Es geht dabei um die Entwicklung von Brennstoffzellen fĂŒr Demonstrationsfahrzeuge (VW HyMotion). Die Kooperation ist zunĂ€chst fĂŒr eine Dauer von vier Jahren gĂŒltig, verfĂŒgt aber ĂŒber die Option, um zwei weitere Jahre zu verlĂ€ngern. Nach Unternehmensangaben belĂ€uft sich der Gegenwert dieses Kontrakts auf rund 45 bis 75 Mio. Euro.
John Sheridan, PrĂ€sident von Ballard, sagte: „Die AnkĂŒndigung dieser Forschungsvereinbarung mit der Volkswagen Group ist ein großer Schritt fĂŒr Ballard – strategisch und finanziell. Er reprĂ€sentiert einen enormen Anlauf unseres GeschĂ€fts mit Ingenieursdienstleistungen nach der kĂŒrzlichen Beendigung der fĂŒnfjĂ€hrigen ‚Non-Compete’-Vereinbarung im Automobilsektor.“ Dr. JĂŒrgen Leohold, Entwicklungsleiter bei Volkswagen, erklĂ€rte: „Diese Forschungsvereinbarung mit Ballard belegt unseren Willen, die Entwicklung von sauberen Brennstoffzellen-Transportalternativen vorantreiben zu wollen. Ich erwarte von dieser Zusammenarbeit eine Beschleunigung unseres BZ-Autoprogramms.“

Quellenangabe:
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4 Kommentare

  1. Hans Sandlass

    Wenn man noch die Verschiebung bei Daimler und das enorme Tempo bei den anderen deutschen Herstellern dazu betrachtet, dann wird das eine lange Nacht.

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    • Arno A. Evers

      wohl wahr Hans, nur mĂŒsste irgendwann mal die Geduld am Ende sein!
      Diese sogen. *grossen* Firmen schaffen es sowieso nicht mehr.
      Weil sie Dinosaurier sind, Relikte aus der Vergangenheit!

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  2. Arno A. Evers

    Du meine GĂŒte, wo sind wir gelandet?
    ZITAT: “…sollen auch Daten ĂŒber Brennstoffzellen sowie Lithium-Luft-Batterien zwischen Bayern und Japan hin- und herfließen. Das Ziel ist, bis 2015 einen Prototyp und bis 2020 ein marktreifes Brennstoffzellenfahrzeug zu entwickeln…”
    ZITATENDE.
    Na, dann man gute Nacht, Deutschland!

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  1. 65. IAA in Frankfurt am Main – Kein Fest der ElektromobilitĂ€t | HZwei-Blog - […] wird. Obwohl die Entwicklungsarbeiten an der BZ-Technik seit neustem gemeinsam mit BMW (s. BMW kooperiert mit Toyota) erfolgen, soll…

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