NOW stellt den Entwicklungsplan 3.0 vor

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9. November 2011

NOW stellt den Entwicklungsplan 3.0 vor

Eine Zusage fĂŒr ein MarkteinfĂŒhrungsprogramm nach 2016, gleichzeitig aber auch Kritik an mangelhafter Öffentlichkeitsarbeit und einen neuen Entwicklungsplan – das gab es alles auf der Vollversammlung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP), die am 7. und 8. November 2011 in Berlin stattgefunden hat. Außerdem berichteten alle ZuwendungsempfĂ€nger ĂŒber den Stand ihrer jeweiligen Projekte, die mit 500 Mio. Euro vom Bundesverkehrsministerium und mit 200 Mio. Euro vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden.
Rund 320 Teilnehmer sind an den zwei Tagen ins Estrel-Hotel in die Bundeshauptstadt gekommen. Die BegrĂŒĂŸung ĂŒbernahm Prof. Werner Tillmetz, Vorsitzender des NOW-Beirats. Er begann in einem Rundumblick im Jahr 2004, als das damalige Brennstoffzellen-BĂŒndnis Deutschland sein erstes Strategiepapier vorstellte. Tillmetz, der auch Vorstandsmitglied beim Zentrum fĂŒr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) ist, hob zudem die Bedeutung der damaligen Arbeiten insbesondere von NilgĂŒn Parker vom Bundesverkehrsministerium hervor, die entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Brennstoffzelle wĂ€hrend der Koalitionsverhandlungen mit berĂŒcksichtigt wurde und dass die 500 Mio. Euro Fördergelder im Bundeshaushalt eingeplant wurden. Nur infolge dieser Vorarbeiten konnte im Jahr 2006 das NIP-Strategiepapier (Entwicklungsplan 1.0) vorgestellt und das auf zehn Jahre ausgelegte Innovationsprogramm im Jahr 2007 gestartet werden.
Tillmetz stellte weiterhin fest, dass „Wasserstoff nach Fukushima etabliert ist. Da hat sich massiv was getan.“ Als Beleg dafĂŒr verwies er nach Japan, wo mittlerweile 30.000 BrennstoffzellenheizgerĂ€te installiert sind, und fĂŒgte erfreut hinzu, dass auch im deutschen Bundestag fleißig ĂŒber das Thema diskutiert werde. Außerdem konstatierte er: „Die Brennstoffzellenautos sind reif, die Serienvorbereitung ist gestartet.“ Stolz hielt er daraufhin die aktualisierte Version des NIP-Strategiepapiers hoch: den neu erstellten Entwicklungsplan 3.0.
Auch Rainer Bomba, der StaatssekretĂ€r des Bundesministeriums fĂŒr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zeigte sich ebenfalls erfreut ĂŒber die RĂŒckbesinnung auf das Thema Wasserstoff und sagte: „Die Energiewende verleiht dem Wasserstoff wieder FlĂŒgel. [
] Die Brennstoffzelle ist soweit, dass sie einsatzfĂ€hig ist.“ Bomba sprach in seinem Grußwort aber auch offen an, dass die Bevölkerung zu wenig Bescheid wisse. Er mahnte: „Die Brennstoffzelle ist kein SelbstlĂ€ufer.“ Kritisch stelle er weiterhin fest: „Sie wurde bisher zu schlecht vermarktet. Eine wesentlich intensivere Öffentlichkeitsarbeit und wesentlich mehr Produkte sind notwendig. Ich möchte daher alle aufrufen, Produkte auf den Markt zu bringen.“
Außerdem nannte er es „ausgesprochen wichtig, dass wir uns heute schon Gedanken machen, wie es nach 2016 weitergeht.“ Bomba forderte deswegen vehement dazu auf, gemeinsam mit der NOW nach geeigneten Wegen fĂŒr ein Anschlussprogramm zu suchen, „ansonsten entsteht eine LĂŒcke.“ Abschließend rief er allen Anwesenden zu: „Ich kann Ihnen versichern, dass die Bundesregierung voll und ganz hinter Ihnen steht.“ GegenĂŒber der Presse ließ er sich dann sogar noch zu zwei Statements hinreißen: „Die Brennstoffzellen ist einfach gigantisch!“ [
] „Wir machen nach 2016 weiter.“
Dr. Klaus Bonhoff, der mittlerweile alleinige GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), stimmte der Analyse seines Vorredners unumwunden zu, indem er feststellte: „Die Sichtbarkeit ist in der Tat zu gering.“ GegenĂŒber der HZwei-Redaktion stellte er fest: „Wir haben in der Öffentlichkeit eine enttĂ€uschte Erwartungshaltung. Wir wissen aber heute, dass die technischen Probleme gelöst sind.“ Er forderte daher ebenfalls mehr Öffentlichkeitsarbeit und erklĂ€rte, frĂŒhzeitig die Arbeiten an einem Anschlussprogramm aufzunehmen, um „KontinuitĂ€t zu erzeugen“. Wie Bonhoff berichtete, habe er sich bereits intensiv mit der Entwicklung in der Windkraftbranche beschĂ€ftigt, um daraus zu lernen. So habe beispielsweise die Finanzwirtschaft erst 1996 mit dem Einspeisegesetzt Interesse an dieser Technologie bekommen. Im Hinblick darauf erklĂ€rte er: „Hier besteht eine ganz spannende Analogie, die wir uns ansehen mĂŒssen.“ Weiterhin sagte er, es mĂŒsse auch in der H2- und BZ-Branche ĂŒber entsprechende Investitionsmodelle mit Risikobegrenzung nachgedacht werden.
DarĂŒber hinaus lieferte Bonhoff einen aktuellen Bericht ĂŒber den Stand der Umsetzung nach fĂŒnf Jahren Programmlaufzeit. So legte er dar, dass seit der GrĂŒndung der NOW im Jahr 2008 insgesamt 393 Mio. Euro der Fördermittel in 414 konkreten Einzelprojekten beziehungsweise 184 Vorhaben gebunden wurden. Über die HĂ€lfte davon entfiel auf den mobilen Sektor, jeweils 14 % auf die Bereiche Hausenergie und spezielle MĂ€rkte.

Quellenangabe:

H2 aus Altholz und Bananenschalen

Biomasse – ein unterschĂ€tzter Lieferant fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff Forscher wollen kĂŒnftig Wasserstoff aus regionalen HolzabfĂ€llen...

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2 Kommentare

  1. Hydrogeit

    Ich habe dort nichts gehört, war aber auch nicht so lange vor Ort.
    Soweit ich weiß ist Herr Klinder auf eigenen Wunsch hin ausgeschieden, um woanders eine neue Herausforderung mit mehr Karrierepotential anzunehmen.

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  2. Arno A. Evers

    Echter Fortschritt sieht anders aus.
    Wurde auf der hier beschriebenen Sitzung auch etwas ueber die Gruende fuer das Ausscheiden von Herrn Kai Klinder aus derN OW Geschaeftsfuehrung berichtet?

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  1. electrive.net » Suzuki, Hamburg, Mitsubishi, EDAG, FutureCar, Daimler. - [...] Brennstoffzelle vor dem Durchbruch? Auf der NIP-Vollversammlung beschworen die Teilnehmer einen Bedeutungsgewinn nach Fukushima und die Serienreife von Autos…

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