Clean Tech World gibt dem Nachwuchs eine Chance

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5. Oktober 2011

Clean Tech World gibt dem Nachwuchs eine Chance

Auch im zweiten Jahr konnte die Clean Tech World (CTW) trotz ihres ĂŒberarbeiteten Konzepts noch nicht ĂŒberzeugen. Obwohl das Wetter vom 30. September bis 2. Oktober 2011 perfekt war und zu einem Ausflug zum ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof einlud, erschienen wie schon im vergangenen Jahr nicht so viele Besucher wie erwartet – trotz freien Eintritts. Insbesondere fĂŒr die Jugend war jedoch ein attraktives und informatives Programm organisiert worden.
Erste Komplikationen traten bereits im Vorfeld auf, weil der Sponsor fĂŒr eine Plakataktion abgesprungen war. Auch die Anreise zur CTW gestaltete sich schwierig, da die Veranstaltung nicht wie beim eDay 2009 und im vergangenen Jahr ĂŒber den Haupteingang des FlughafengebĂ€udes zu erreichen war. Diese Location wĂ€re zu teuer gewesen. Stattdessen musste man sich den Weg zum etwas abseits gelegenen Hangar 2 aufgrund der mangelhaften Beschilderung erfragen. Die dortige AusstellungsflĂ€che war groß, vielleicht zu groß, so dass sich die Besucher – und auch die E-Fahrzeuge – auf den rund 300.000 Quadratmetern verliefen.
Große Namen suchte man wĂ€hrend der CTW vergeblich: Harald Wolf, der Berliner Wirtschaftssenator, hatte zwar die Schirmherrschaft ĂŒbernommen, erschien aus gesundheitlichen GrĂŒnden aber nicht vor Ort. Der Bundesverkehrsminister a.D. Wolfgang Tiefensee, der auf der begleitenden und nur mĂ€ĂŸig besuchten Konferenz Clean Tech Insights als Gastredner eingeladen war, sagte kurzfristig ab, und auch unter den Ausstellern war lediglich Mitsubishi Motors Deutschland als klassischer Autohersteller vertreten. Die großen Energieversorger blieben in diesem Jahr ganz der Messe fern. Dementsprechend sarkastisch Ă€ußerte sich ein Gast auf der CTW-Facebook-Seite: „Mehr Aussteller als Besucher??? Altes Problem in der Branche.“
UrsprĂŒnglich gedacht war die Clean Tech World als „einzigartige Plattform fĂŒr Zukunftstechnologien verschiedenster Branchen“, so Schirmherr Harald Wolf, aber genau hier scheint das Problem zu liegen: Es wurden alle möglichen Umweltthemen angesprochen, aber keines konkret. ElektromobilitĂ€t, das als Schwerpunktthema dienen könnte, war grad vor vier Monaten im Rahmen der Michelin Challenge Bibendum an gleicher Stelle sehr viel grĂ¶ĂŸer und pompöser von vorne bis hinten durchdekliniert worden.
Erfolgreiche Nachwuchsarbeit
Neu war in diesem Jahr der CTW Talent Day, der als „Drehkreuz fĂŒr den Nachwuchs“ konzipiert war und durchaus als Erfolg bezeichnet werden kann. Zahlreiche SchĂŒler, Studierende und Berufseinsteiger waren erschienen, um sich ĂŒber Karrierechancen in der Clean-Tech-Branche zu informieren und an Solarfahrzeugen zu basteln. Insbesondere fĂŒr die so genannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften & Technik) wurde Werbung gemacht, da es hier bereits heute 150.000 unbesetzte Stellen gibt.
FĂŒr das große Engagement erhielt Notker Schweikhardt, der Creative Director der CTW, gleich am ersten Messetag eine besondere Auszeichnung. Christian Dallwitz, Mitglied der GeschĂ€ftsleitung der Deutschen Bank Berlin, zeichnete die Clean Tech World als „AusgewĂ€hlten Ort 2011“ im bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ aus. Dallwitz betonte: „Die Clean Tech World ist eine einzigartige Plattform fĂŒr Umwelttechnologien. Sie gibt dem Thema Nachhaltigkeit ein breites öffentliches Forum, vernetzt Experten und fördert die Kooperation von Unternehmen aus der Umweltbranche. Die Clean Tech World integriert Ökonomie und Ökologie – auf bislang einmalige Weise.“
Im Vorfeld hatte Falk Schweikhardt, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CTW-Messe erklĂ€rt: „Wir bĂŒndeln die nationalen Kompetenzen im Bereich eMobility und zeigen schon heute, was morgen möglich ist.“ Wenn allerdings das Gezeigte tatsĂ€chlich die gesammelte nationale Kompetenz gewesen sein sollte, könnte Deutschland seine Ambitionen, Leitmarkt fĂŒr ElektromobilitĂ€t werden zu wollen, getrost vergessen. Die GebrĂŒder Schweikhardt wollen trotz alledem auch fĂŒrs nĂ€chste Jahr an ihrem Konzept festhalten.

Quellenangabe:

JCB erreicht H2-Meilenstein

Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

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2 Kommentare

  1. Wolf Meitner

    Kein Wunder, dass diese “Messe” ein Reinfall war. Das “Regisseure” und “BĂŒhnenbildner? (Creative Director :-))” uns erklĂ€ren wollen, was Clean Tech ist, ist der Gipfel der Inkompetenz in Berlin. Die Herren haben offenbar keinen Job mehr in Ihrer Filmbranche bekommen. Die eigentlichen Initiatoren haben bereits letztes Jahr das Weite gesucht und gleich mal alle Aussteller von 2010 mit zur Hannover Messe und zum Clean Tech Media Award mitgenommen. Verschiedene Quellen berichten, dass die eigentlichen Initiatoren versucht haben, Berlin, die Messe Berlin fĂŒr diese neue Messe zu begeistern. Offensichtlich haben die Messechefs und die Linken kein GespĂŒr fĂŒr großartige Ideen. Andere LĂ€nder freuen sich nun wieder mal! Als Berliner Ă€rgert mich das so dermaßen! Gerade erst in Hamburg konnten ĂŒber mindestens 100 Journalisten, geschĂ€tzt 70 Promis, laut öffentlicher Liste ca. 50 VorstĂ€nde und 750 exklusiv geladene GĂ€ste erleben, wie Umwelttechnologien heute wirklich inszeniert werden. So titelte die BILD nicht umsonst: “beste grĂŒne Gala 2011”. Ich war beim Award und kann sagen, dass ich den grĂ¶ĂŸten und besten Umweltpreis aller Zeiten erlebt habe! Berlin sollte alles daran setzten, dass der Award wieder in die Stadt kommt – es ist so schade, dass so großartige Ideengeber aus der Stadt mangels UnterstĂŒtzung und Überheblichkeit einzelner Personen (ich sage nur Berlin “Partner”) getrieben werden. Hamburg hat sich gefreut! Olaf Scholz als Schirmherr formulierte also folgerichtig “Der Umzug des Preises von Berlin nach Hamburg erscheint … fast zwangslĂ€ufig”. Aber wenn die Veranstalter nun keine Lust mehr auf Berlin haben sollten – wĂŒrde mich das nicht wundern. Und was die Messe angeht – vielleicht kann eine Messe Berlin ja noch retten was die BrĂŒder Schweikhardt mangels Kompetenz kaputt gemacht haben. Ich jedenfalls freue mich nun erst mal auf die nĂ€chste Hannover Messe – dort kann man dann wohl die Clean Tech World wirklich erleben!

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    • Heinz LĂŒgenscheidt

      “Clean Tech World” soll das ein Witz sein? Wo war denn das die “Welt”? Ich bin extra aus Cottbus angereist und habe gehofft einen Überblick ĂŒber Clean Tech Technologien zu bekommen. Aber komplette Fehlanzeige! Ich Ă€rgere mich so maßlos, dass ich dieses Schöne Wochenende in so eine Veranstaltung investiert habe. Warum haben die Veranstalter nicht den Mumm gehabt, bei solch einer Entwicklung, die Sie ja am besten kennen sollten, das ganze abzusagen und somit interessierten Besuchern wie ich es bin, in die Irre zu fĂŒhren.
      Es handlet sich um solch ein spannendes Thema, das einfach nicht von Veranstaltern durchgefĂŒhrt werden sollte, die offensichtlich keine Ahnung davon haben, wie man innerhalb eines Besucher-Events solch ein Thema platziert. Meine Bitte liebe Veranstalter- holt Euch Leute ins Team, die Ahnung von dem Thema haben und es auch entsprechend umsetzen können. Aber dafĂŒr mĂŒsste man eben auch wissen und einschĂ€tzen können, wer die richtigen Leute sind. Mein Tipp: lasst es sein und macht was anderes und bitte verschont die Öffentlichkeit mit solch einem Dilettantismus!

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